Eine Reise um die Welt

Kathi, meine geliebte Frau, hat dieses Buch geschrieben als ein Geschenk für ihre Schwester Lena.

Eine Reise um die Welt

Die Zeichnungen habe ich gemacht (mit genauen Anleitungen von Kathi) und das Buch wurde in Tel Aviv gedruckt (nur drei Kopien). Ich hoffe, dass Kathi weiter schreibt, weil sie sehr talentiert ist – besonderes mit Kindergeschichten. Das Talent ist transkulturell und Kathi hat schon auf Hebräisch eine kurze Geschichte geschrieben.

Liebe Lena, lieber Martin,

Wir wünschen euch viel Glück mit eurem Jakob.

 

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Eine Reise um die Welt
Es saßen auf einer Wiese drei Wichtel.
Die wollten wissen: Wie groß war die Welt?
Da sprach der erste Wichtel: Wer weiß, wie groß die Welt ist?
Da sprach der zweite Wichtel: Ich weiß es nicht.
Der dritte Wichtel sagte: Wenn wir einmal um die Welt reisen, werden wir es wissen!
Na dann, los! – Moment! – Wir brauchen noch ein paar Sachen.

Da gingen die Wichtel jeder in sein Haus und holten wichtige Sachen:

Der erste Wichtel – er hieß übrigens Werner – brachte ein Wollknäuel.
Damit können wir die Welt messen! Die Wolle müsste reichen. Ich habe sie von drei schwarzen Bergschafen gesponnen.

Der zweite Wichtel – mit Namen Wenzel – kam mit einem großen, roten Sack aus seinem Haus, aber er verriet nicht, was drinnen war.

Der dritte Wichtel – er hieß Wendelin – brachte gar nichts mit.
Ich habe keine wichtigen Sachen in meinem Haus gefunden, sagte er.

Also waren die Wichtel bereit für die Reise. Werner knüpfte das Ende des Wollfadens an den kleinen Baum vor seinem Haus. Mit jedem Schritt wickelte Werner ein bisschen mehr Wolle ab.

Nach ein paar Stunden wurden die drei Wichtel müde. Und die Sonne ging auch schon unter. Da machte Wenzel seinen Sack auf und holte ein Zelt heraus. In das krochen sie hineinein und es war schön warm und gemütlich drinnen.
Aber die Wichtel waren hungrig. Da machte Wenzel seinen Sack auf und holte einen großen Laib Brot und ein Stück Käse heraus. Das war ein gutes Nachtmahl!

Am nächsten Morgen wurden die Wichtel von einem lauten Klopfen geweckt. Wendelin streckte seinen Kopf aus dem Zelt. Draußen stand ein Storch auf einem Bein.
Ich habe mich in eurem Wollfaden verfangen, sagte der Storch ärgerlich. Er sah aus, wie ein Wollknäuel. Könnt ihr mich bitte wieder auswickeln!
Da krochen die Wichtel schnell aus dem Zelt heraus. Oje, sagte Werner, meine Wolle! Jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen.
Von vorne anfangen? Von vorne anfangen? Klapperte der Storch.
Ja, wir reisen um die Welt und messen ihre Größe!
Hm. Aber die Welt ist sehr groß. Ich komme gerade aus Afrika. Ich war lange, lange unterwegs und ich habe große, starke Flügel. Wie wollt ihr das mit euren kurzen Beinchen schaffen?

Die Wichtel schauten sich an. Wir sind schon einen ganzen Tag gegangen! Aber jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen.

Ja, das tut mir Leid. Aber könnt ihr mich trotzdem bitte endlich auswickeln! Der Storch hüpfte auf seinem Bein auf und ab.

Die Wichtel machten sich an die Arbeit. Aua, sagte der Storch plötzlich, ich kann meinen linken Flügel nicht bewegen. Er machte ein trauriges Gesicht. Wie komme ich jetzt nach Holland? Dort wollte ich nämlich hin.

Die Wichtel schauten sich an.
Naja , sagte Werner, du hast dich in meiner Wolle verfangen. Also müssen wir das wieder gut machen.
Ja, sagte Wenzel, wir werden dich gesund pflegen.
Komm, sagte Wendelin, ich trage dich nach Hause. Da war es gut, dass Wendelin keine anderen wichtigen Sachen zu tragen hatte, denn der Storch war sehr schwer.

Und so kehrten die Wichtel nach Hause zurück und pflegten den Storch gesund. Im Geheimen träumten sie aber immer noch von ihrer Weltreise.

Eines Morgens stand der Storch auf und schüttelte sich. Hm, ich glaube, ich kann wieder fliegen!
Oh, wie schön!
Der Storch drehte eine Runde über der Wiese.

Wisst ihr was? Wenn ihr wollt, nehme ich euch mit nach Holland! Das ist schon ein großes Stück von der großen Welt.

Juchuu! riefen die Wichtel. Werner knüpfte schnell das Ende seines Wollknäuels an den kleinen Baum vor seinem Haus. Wenzel schulterte seinen roten Sack. Wendelin musste gar nichts mitnehmen. Dann sprangen alle drei auf den Rücken des Storches.

Jetzt fliegen sie und fliegen sie und der Wollfaden schwingt hinter ihnen hoch in der Luft!

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